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Nachlese zum Derby

Hattrick reicht nicht aus 

ein Bericht aus der BZ und der Kommentar von Spielertrainer Markus Klemm (SC Gutach-Bleibach)

Im Abstiegskampf haben die Sportfreunde Winden einen Rückschlag erlitten. 3:4 unterlagen sie dem Lokalrivalen Gutach-Bleibach. Dabei schien der Käse zur Pause schon gegessen zu sein, nachdem Christoph Klausmann die Platzherren mit einem lupenreinen Hattrick in Front gebracht hatte.

Christoph Klausmann (rechts) auf dem Weg zu seinem dritten Treffer. | Foto: Claus Zimmermann
Das Spielertrainer-Duo der Gäste – Eduard Nikolaus und Markus Klemm – war jedoch überzeugt davon, dass ihre Elf die Partie würde drehen können: Die Moral sei zur Pause ungebrochen gewesen, erzählte Nikolaus. "Wir haben in der zweiten Halbzeit unsere Nervosität abgelegt und dadurch ein vermeintlich verlorenes Spiel umgebogen. Winden war sich wohl zu sicher, das hat uns geholfen."

Was der Windener Trainer Roland Wernet mit deutlichen Worten bestätigte: "Das war die pure Arroganz, wie wir den Ball, ohne bedrängt zu werden, in die Mitte gespielt haben. Gutach hat das Spiel gemacht und verdient gewonnen."

In der Tat blieb Winden nach dem Wechsel zu passiv, scheiterte aber auch bei den wenigen Chancen am aufgeweckten Gästeschlussmann Alexander Becherer (60.). Tore von Felix Fest und David Menard sowie ein an Michael Stratz verschuldeter Elfmeter bestraften den Leichtsinn der Einheimischen mit dem Ausgleich, und acht Minuten vor Schluss knockte Tobias Rieser die Sportfreunde vollständig aus. Aller Aufwand der Windener war somit für die Katz: Die sehenswerten Treffer Christoph Klausmanns aus spitzem Winkel und der Freistoß, den Jochen Riesterer an den Pfosten setzte (17.), waren letztlich nur die Glanzlichter bei einer schmerzhaften Heimniederlage. 
Kommentar von Spielertrainer Markus Klemm  (SC Gutach-Bleibach)

Ein schon verloren geglaubtes Spiel wurde in Hälfte zwei noch getreu dem Motto „Tot gesagte leben länger“ umgebogen.

Beide Mannschaften begannen an diesem sonnigen Herbsttag das Spiel relativ vorsichtig. Für den ersten Aufreger sorgte J. Riesterer mit einem Freistoß an den Pfosten. Kurz darauf enteilte C. Klausmann der Gästeabwehr und konnte nur durch ein Foul gebremst werden. Der gut leitende Schiedsrichter Bohrer gab dem SC-Abwehrspieler nur die gelbe Karte. Man hätte sich auch nicht beschweren können, wenn der „Mann in Schwarz“ auf Feldverweis entschieden hätte. Die Gutacher agierten nun immer nervöser, leisteten sich zu viele Fehlpässe im Spielaufbau, was die Heimelf immer wieder zu schnellen Gegenangriffen nutzte. Nach etwa einer halben Stunde kam es dann ganz dick für den SC. Zuerst lief Klausmann alleine auf Becherer zu und erzielte mit einem klasse Heber die Führung für die Sportfreunde (27.). Der SC wohl noch im Schockzustand. Keine 60 Sekunden später das 2:0 (28.). Klausmann wurde gut frei gespielt und vollendete eiskalt ins lange Eck. Die Gäste aus Gutach waren nun völlig neben sich. In der 38. Spielminute fast eine Kopie des ersten Treffers. Klausmann lief wieder alleine auf den SC-Keeper zu und knallte den Ball mit dem Vollspann ins kurze Eck. Somit stand es zur Pause 3:0 und es ging wohl nur noch um die Höhe des Sieges.
Aber in Halbzeit zwei ein ganz anderes Bild. Der SC war von Beginn an tonangebend und in den Zweikämpfen sehr aggressiv. Die Mannschaft hatte sich noch nicht aufgegeben. Der Anschlusstreffer war die logische Folge (51.) Hübner bediente auf der linken Seite Fest, der den freien Raum nutzte und am Heimtorwart vorbei zum 3:1 einschob. Kurz darauf nach einem Eckball fast der Anschlusstreffer. Der SC riskierte natürlich immer mehr und das gab Raum zum Kontern für die SF. Nach einer Stunde Spielzeit hatte Klausmann die Entscheidung auf dem Schlappen, scheiterte aber diesmal am gut reagierenden Becherer. Der Druck der Gäste wurde nun immer größer und der Heimelf gelang nahezu nichts mehr. Nach einer schönen Flanke von Stratz erzielte Menard per Seitfallzieher den Treffer zum 3:2 (74.). Doch es kam noch besser für den mitgereisten Anhang der Gutacher. Stratz wurde auf rechts lang geschickt und drang in den Strafraum ein. Er konnte nur noch durch ein Foul gebremst werden. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Rieser sicher zum viel umjubelten Ausgleich (76.). Der Gästeelf merkte man nun an, dass sie noch mehr wollte als das Unentschieden. Der eingewechselte Egner bediente mustergültig Rieser, dessen Kopfball rechts unten im Eck einschlug (82.). Auf einmal war das Spiel gedreht! In der gleichen Spielminute fast das 3:5, aber ein Abwehrspieler konnte gerade noch klären. In den letzten Minuten des Spiels passierte nicht mehr viel. Die Gutach-Bleibacher brachten den nicht mehr für möglich gehaltenen Auswärtssieg über die Runden und dem entsprechend groß war der Jubel nach dem Schlusspfiff.
Es war ein denkwürdiges Derby, und zum ersten Mal in der Bezirksliga, das sicher noch lange danach auf beiden Seiten für Gesprächsstoff sorgen wird.

 
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