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Kunstrasen für die Sportfreunde ?

Bericht in der Badische Zeitung vom 28.10.2008

Alle Aktiven von der Jugend bis zu AH sind dafür, aber zuvor müssen Finanzierung und Eigenleistung geklärt sein

Von Elfriede Mosmann

WINDEN. Die Sportfreunde Winden bemühen sich um einen Kunstrasenplatz. Ein Luxus wäre er nicht. Es ist der vorhandene Hartplatz, der mit dem synthetischen Grün belegt werden soll. Kein Fußballer ist begeistert vom Hartplatz, jeder denkt an Verletzungen aller Art. Dazu kommt in Winden die Vielzahl der Mannschaften, die gut bespielbare Plätze brauchen, vor allem die Jugend.

Der Kunstrasen geistert schon eine ganze Weile in den Köpfen. Jetzt sollte endlich mit den Vereinsmitgliedern darüber geredet werden. Diese waren jedoch nicht in Scharen ins Clubheim gekommen, wohin zu diesem Thema eingeladen worden war. Vorsitzender Christian Schnell hätte sich ein volles Haus gewünscht, wie auch sein Stellvertreter Klaus Burger, der sich seit längerem intensiv mit dem Thema befasst und das Projekt Kunstrasen vorstellen wollte.

Die Begründung dafür ist einfach: Die SF Winden brauchen Platz für 18 Mannschaften, darunter 13 Juniorenteams, was bedeutet, dass wöchentlich 250 Personen

zweimal trainieren und acht Mannschaften ihre Heimspiele haben. Dafür stehen ein Rasen-und ein sanierungsbedürftiger Hartplatz zur Verfügung. Über die technische Seite konnte Klaus Burger sachkundig informieren, er hat ein Seminar besucht, weiß, wo Kunstrasen liegen, und auf Grund mehrerer Erfahrungsberichte konnte er die Anwesenden von der Notwendigkeit überzeugen, und auch davon, dass nur die neueste Generation des grünen Materials in Frage kommt.

Dann ging es um die Finanzierung, die Sportfreunde fangen mit der Investition bei null an. Wo sollen die 320 000 Euro herkommen? Burger hat eine realistische Kostenrechnung aufgestellt, dabei habe er sich an anderen Vereinen orientiert. Wie diese rechne auch er mit starkem Rückhalt aus der Bevölkerung und von den örtlichen Unternehmen.

Definitiv habe er die Zusage einer Brauerei über 43 000 Euro, vom Sportbund erwartet er 67 000 Euro und diesen Betrag erhoffe er sich auch von der Gemeinde, so sei es bei anderen auch gehandhabt worden. Von Großsponsoren wolle er weitere 50 000 Euro akquirieren, für Sponsorenplakate sollen ringsum Werbebanden angelegt werden. Patenschaften sollen angeboten werden und vieles mehr hatte Klaus Burger auf seinem Plan. Von den Eltern der Jugendlichen, die dreimal in der Woche betreut werden, erwarte er, dass sie das Projekt unterstützen, entweder durch eine Mitgliedschaft im Verein oder bei der Eigenleistung.

Um diese ging es dann. Sie wurde auf 30 000 Euro festgelegt. Um darüber genau zu befinden, waren zu wenig aktive Spieler anwesend. Denn es wird von allen eine Einverständniserklärung für die erforderlichen 50 Arbeitsstunden, (ersatzweise sechs Euro pro Stunde), erwartet, auch von A-und B-Jugend. Auch die Jugendabteilung müsse voll dahinter stehen. Nach den bisherigen Vorgaben bliebe dann noch ein Rest von 50 000 Euro zu finanzieren.

Dafür ist mit einem neu geschaffenen Imbisswagen der erste Anfang gemacht. Gebaut haben ihn Oli Dufner und Mike Hummel, es gab Applaus für die beiden, denn der Wagen war beim letzten Heimspiel am Spielfeldrand bereits erfolgreich in Betrieb. Er wird vom Verein bewirtschaftet. Dieser Imbisswagen kann bei Festen und Veranstaltungen aufgestellt werden, davon verspricht der Verein sich gute Einnahmen. Von der Herstellerfirma des Kunstrasens könne, wenn er als "Musterplatz" deklariert werde, ein Marketingbetrag von 23 000 Euro zugesagt werden. Bis 31. Oktober soll der Antrag beim Sportbund auf Zuschuss eingereicht werden. "Der Platz muss kommen" , sagte Herbert Reich vom Förderverein, "von der G-Jugend bis zu den AH wünschen sie es" . Jedoch müsse, bevor der Auftrag erteilt werde, die finanzielle Situation geklärt sein. Für ihn stelle sich auch die Frage nach der finanziellen Reserve, denn "der Sportverein ist am Limit angekommen" , sagte Reich, dem es um die finanzielle Sicherheit gehe. "Ins Blaue hinein" werde kein Auftrag vergeben, betonte der Vorsitzende Christian Schnell, der alle aufforderte, an einem Strang zu ziehen.

 
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